März/April

 

Strassenrennen in Rosenheim am 27.04.2003

In aller Herrgottsfrüh standen 180 mehr oder weniger motivierte Fahrer bei leichter Kälte am Start zum Rosenheimer Straßenrennen. Es mußten 7 anstrengende Runden absolviert werden bevor der Zielsprint über Sieg und Niederlage entschied. Das Ziel lag am höchsten Punkt der Runde, einem unregelmäßig steigenden Berg, der sich eklig in die Länge zog. Florian konnte leider nicht mit an den Start gehen; ihn plagt immer noch eine zähe Erkrankung von dem jeder gerne wissen würde was es denn nur wirklich sei (Florian kennt nun sämtliche Ärzte in München und könnte beinahe selbst seinen Doktor der Medizin schreiben). Maurice stand aber nicht ganz allein am Start, seine Vereinskameraden hatten sich ebenfalls für dieses Rennen viel vorgenommen (auch wenn die Vorbereitung am Vortag mit einem Long Island Icetea um 2 Uhr in der Früh endete). Gleich nach einigen Kilometern attackierten 3 Fahrer; alle belächelten sie als sie sich vom Feld absetzten (keiner ahnte zu diesem Zeitpunkt, das sie einmal 3 Min. Vorsprung herausfahren sollten). Das Feld ließ es eher locker angehen. Am Berg wurde dann teilweise sportlich gefahren; der Rest der Runde war aber meist mit einem lockeren Dahinrollen zu vergleichen.Wie gesagt, wurde der Vorsprung der Führenden schnell größer. Im Feld schauten alle auf Jan Bratkowski, dem Ex-Profi, der dieses Jahr schon zwei Frühjahrsklassiker gewinnen konnte. Das Feld dezimierte sich am Berg mit zunehmenden Kilometern immer mehr (Florian, der als Betreuer im Auto hinterherfuhr, musste schon nach einer Runde abgefallene Fahrer überholen). An der Spitze vom Berg versuchten einzelne Fahrer vom Feld Wegzuspringen und ihr Heil in der Flucht zu suchen. Tino Zieger, Michael Bückers und Maurice waren einige Male in solchen Gruppen vertreten. Leider holte das Feld diese Ausreißer immer wieder ein. So ging das Feld mehr oder weniger geschlossen in die letzte Steigung; dem Ziel entgegen. Die Olympiaparkfahrer fuhren einen Streifen in den Berg, so daß das Überholen sehr schwierig wurde. Schon bei der Hälfte des Berges zerteilte sich das Feld. Tino und Maurice konnten sich vorne behaupten und fuhren in guten Positionen der 500 Metermarke entgegen. Maurice konnte mit einem guten 18ten Platz und Tino mit einem gutem 20ten Platz mit sich zufrieden sein; waren doch vor ihnen sehr starke Bergfahrer zu finden.
Fazit: der Long Island Icetea könnte dauerhaft in die Vorbereitung aufs Rennen mit einfließen.

Strassenrennen in Schwanenstadt (Ö) am 21.04.2003

155 km standen auf dem Programm, das waren 6 Runden auf einem anspruchsvollem und windigem Kurs. Es fanden sich über 200 Fahrer am Start ein (die anderen waren anscheinend, durch den vorangegangenen Tag, nicht mehr im Stande fahren zu können); einige mit Sturzwunden. Es war ein langweiliges Rennen (das nicht heißen soll, daß es auch langsam war - es passierte halt nur nichts) als Fahrer; wir empfanden es schon als abwechslungsreich, wenn man neben einem Teamkameraden herfuhr und etwas talken konnte. So fuhren wir Runde um Runde und stiegen dann gemeinsam eine Runde vor Schluß aus - nicht schön aber auch nicht schlimm.

Strassenrennen in Neumarkt (Ö) am Wallersee am 20.04.2003

Wenn wir eine Überschrift für dieses Rennen finden müssten, dann wäre das zweifelst ohne "Zehn kleine Negerlein" (...und am Ende war es nur noch Einer). Alles der Reihe nach; Start war bei sonnigem Wetter. Wir hatten 166 km vor uns; die Ziellinie sahen wir von unserer Startposition nur schwer, weil über 300 andere Rennfahrer vor uns standen. Wie es bei dieser riesigen Anzahl von Startern sein musste, berührten sich nach knapp 2 km die Ersten gegenseitig. Dies führte bei mehr als 40 km/h zum Ersten  Crash; es war ein Massensturz, der heftiger kaum sein konnte. Über die komplette Straße verteilt lagen Fahrräder, Fahrer, Laufräder und sonstiges abgespreiseltes Material. Die Fahrer lagen sogar übereinander. Grob über den Daumen gepeilt ca. 30 - 40 Leute. Wir waren zum Glück (aufgrund unserer schlechtenStartposition) hinter dem Crash und konnten über die Grünflächen neben der Straße dem WirrWarr entgehen. Kaum einen Kilometer später krachte es schon wieder...wieder lagen alle kreuz und quer... diese Geschichte könnten wir noch ewig weitererzählen. Mindestens einmal in jeder Runde krachte es und ein paar Akteure gingen zu Boden. Durch die Stürze und durch die Windkante und den Rundkurs wurde das Feld immer weiter dezimiert. Am Schluß (außer den Stürzen passierte nichts aufregendes) waren gerade einmal ca 70 - 80 Leute übrig geblieben. Wir fuhren locker ins Ziel und hakten den Tag als Trainingsrennen ab.

Bergkriterium in Neumarkt (Ö) am Wallersee am 19.04.2003

Bei eiskaltem Aprilwetter versammelte sich ein harter Kern von Radfahrern am Start zum 50 km langen Kriterium (eigentlich war es ein Bergkriterium). Wir waren zu dritt am Start; Florian, Markus und Maurice. Da der Start mit starker Verspätung erfolgte, waren wir nicht richtig warmgefahren. Das war aber den Spitzenfahrern egal; sie legten die große Scheibe auf und ließen uns in einer Perlenschnur hintereinander fahren. Jede Runde platzten ein paar Fahrer aus dem Windschatten dieser Perlenschnur; der Effekt wurde durch die Windkante beschleunigt. Bald erwischte es auch Maurice, dann auch Florian. Markus ließ sich nicht von den widrigen Bedingungen schocken und fuhr beinhart das Rennen zu Ende. Noch viel mehr als das; er belegte im Endspurt einen sehr guten 16ten Platz.

U23 Bundesligarennen in Wörth/Regensburg am 13.04.2003

Beim ersten Bundesligarennen der Saison 2003 fanden sich 133 Starter aus ganz Deutschland ein. In Wörth erwartete die Fahrer ein schwerer Rundkurs, der mit etlichen Steigungen gespickt war. Die Renndistanz von 172 km sollte ihr übriges dazu beitragen, daß es ein schweres Rennen werden würde. Florian, der sich auf dem Weg der Besserung befindet, setzte in Wörth aus damit er über Ostern wieder richtig in die Pedale treten kann. Das Feld war das gesamte Rennen über sehr nervös - wie bei der ersten Etappe der Tour de France. Fahrer wurden abgedrängt, andere bremsten sich gegenseitig aus, wiederum andere fuhren in einander - so wie auf der schnellsten Abfahrt des Kurses (ich hatte dort eine max. Geschwindigkeit von 92,5 km/h). So ein Sturz passiert meist durch Unachtsamkeit und unkontrolliertes Fahren. Wie auch immer der Sturz von statten geht; bei über 90 km/h war der Sturz sicherlich schmerzlich. Ich, Maurice, stieg so in die Eisen, daß ich meinen kompletten Mantel niederbremste (bis auf die letzte Schicht). In der nächsten Runde stießen einige Rennfahrer mit den Begleitfahrzeugen zusammen - dieser Sturz sah ziemlich böse aus. Ich fuhr an den liegenden Rennfahrern wie ein Abfahrer beim Slalom vorbei. Aber nun zum eigentlich Rennen; am Berg wurden nach 2-3 Runden die schlechten Fahrer vom Feld hinten ausgespuckt (8 Runden waren zu fahren). Eine 12 Mann-Spitzengruppe verabschiedete sich nach vorne. Ich fuhr passiv im Feld mit, weil ich sehr viel Respekt vor dem Kurs und der Distanz hatte. Deswegen versuchte ich so wenig wie möglich Körner auf der Strecke zu lassen. Es war jede Runde dasselbe - stets am Berg fielen 10 - 15 Fahrer zurück. Am Berg ging´s mir ganz gut und konnte gut mithalten. In den letzten 3 Runden mußte ich auch richtig fighten; der Tritt wurde schwerer und unruhiger. Über die Bergkuppe wurde die große Scheibe aufgelegt und Einerreihe gefahren. In der letzten Runde waren nur noch 40 Fahrer im Hauptfeld; in Front immer noch die 12 köpfige Spitzengruppe. An der letzten Auffahrt plagten mich üble Krämpfe; ich nahm etwas Speed raus und konnte somit nicht mit dem restlichen Fahrerfeld mithalten. Die letzte Runde fuhr ich recht und schlecht zu Ende und werde so um den 50 Platz reingekommen sein.

Straßenrennen in Aichach am 06.04.2003

In Aichach war Florian und Markus auch wieder dabei und komplettierten somit ein über 100 Fahrer starkes Teilnehmerfeld. Der Kurs von 7 km musste 15 absolviert werden, wobei die Steigung in jeder Runde nicht schwieriger zu bewältigen war wie der sehr starke Seiten- und Gegenwind. Gleich in der zweiten Runde stand eine 7-Manngruppe, die schnell 1 Minute Vorsprung herausfuhr. Einzelne Fahrer versuchten zu dieser Gruppe aufzuschließen; sie scheiterten alle an dem starken Wind, der auf die Brust wehte. Das Fahrerfeld lichtete sich mit den zunehmenden Rennkilometern. Leider mußte auch Florian, der noch von seiner Krankheit geschwächt war, das Rennen vorzeitig beenden. Markus und Maurice fuhren die letzten Runden im Peleton - ohne große Akzente zu setzen - zu Ende. Im Sprint des Hauptfeldes ging es dann nur noch um weitere Platzierungen; beide rollten dementsprechend ruhig über den Zielstrich. Aus der Spitzengruppe konnte Bratkowski gewinnen; auf dem dritten Platz fand sich ein guter Freund ein, Christian Grassmann von Götting Bruckmühl.

Straßenrennen in Fürth/Cadolzburg am 05.04.2003

In einem sehr gut besetztem Amateurrennen mit Profibeteiligung (Wiesenhof) wurden die Fahrer am Samstagnachmittag auf die 16 Kilometer lange Runde geschickt, die 10-mal zu absolvieren war. Highlight dieses Rennens war der Start/Ziel-Berg, der wie eine Laktatspritze jedes Mal in den Oberschenkel stach. Da ich, Maurice, der einzigste Starter von unserem Team bei diesem Rennen war, möchte ich mal meine Gedanken des Rennens wiedergeben.
Übrigens Florian konnte wegen eines Infektes nicht an den Start gehen.

Nach dem erfolgtem Startschuss um 13:35 Uhr wurden wir (das Feld) wenige hundert Meter später wieder angehalten. Grund war ein Massensturz bei den, vor uns gestarteten, C-Fahrern. Wir sahen aus sicherer Entfernung viele Rennfahrer, die regungslos auf der Straße lagen und viele Krankenwägen, die sich um die verletzten kümmerten. Es sah wirklich schlimm aus. Nach 10 min. entschied sich der Wettkampfausschuß die erste Runde zu neutralisieren und uns nach der ersten Runde erneut zu starten. Ich hielt mich während des Rennens des Öfteren im hinteren Hauptfeld auf, weil ich wusste, dass die Distanz und Härte dieses Rennens noch einige Opfer fordern sollte. Und ich wollte nicht durch unnötige Attacken schon vorzeitig die Segel streichen müssen. Am Berg ging es mir ganz gut. Mir gefiel es, daß die Fahrer neben mir lauter Keuchten und ich noch nicht am Limit fuhr. Auf der Flachen musste ich regelmäßig das 12er fahren; es war Windkante angesagt. Ich hasse Windkante, das (tschuldigung) geficke am Straßenrand um einen Hauch Windschatten zu erhaschen. Nach zwei Runden war das Feld schon etwas dezimiert. Es flogen immer wieder kleine Gruppen hinten raus. Vor dem Berg spielte ich stets ein Spiel; ich fuhr ziemlich weit hinten und gab in den letzten beiden Kilometern vor dem Berg ordentlich Gas, so dass ich mindestens im Mittelfeld den Berg anfahren konnte. Einmal ging meine Taktik nicht ganz auf, da preschte das Feld mit 60 Klamotten in den Berg und ich konnte nicht mal eine Position gutmachen; zu alle dem stürzten einige Fahrer am Steilstück, so dass ich abwarten musste bis sich die Gestürzten wieder aufrappelten und ich weiterfahren konnte. Ich verfluchte diesen Sturz, weil das lang gezogene Feld an meiner Lieblingswindkante richtig Pace machte. Da war ich fast froh darüber, daß sich endlich 5 Fahrer nach vorne weg verabschiedeten; dadurch kam ein bisschen Ruhe in das Feld. Nach Halbzeit des Rennens (ich spielte weiterhin mein Spiel vor dem Berg) wurden meine Beine schwer; am Berg fuhr ich dicke Gänge, da es nur noch ums Überleben ging. Ich knallte die Scheibe nach dem Steilstück drauf um nur noch irgendwie da rauf zu kommen und Anschluss halten zu können. Das Fahrerfeld zählte keine 50 Mann mehr als bei mir der Schalter umgelegt wurde und der Mann mit dem Hammer auf mich einschlug. ENDE, zwei Runden vor dem Ziel. Ich hab mich geärgert, daß ich zu schwach war; da war es auch kein Trost, daß bis dahin sehr gute Fahrer vor mir das Rennen haben verlassen müssen. Gewonnen hat Eric Baumann vom Wiesenhof Team, ein Profi.

Straßenrennen in Zusmarshausen am 23.03.2003

Pünktlich um 8:30 uhr und bei einer Temperatur um die 0° C wurde das ca 130 Mann große Fahrerfeld auf die Strecke geschickt. In der ersten Runde haben waren kaum Attacken auszumachen und so wurde es auf den ersten Kilometer eine lockere Fahrt. Da es bei jeder Zieldurchfahrt für die ersten 3 Fahrer Geldprämien gab, zog das Tempo am Ende der ersten Runde an und es konnten sich ein paar Fahrer vom Hauptfeld lösen. In der nächsten Zeit folgten einige Attacken aus dem Feld heraus und es wurde flotter gefahren. In der zweiten/dritten Runde formierte sich eine 18 köpfige Spitzengruppe in der leider keiner von uns dabei war. Die anderen Teams haben alle mind. einen Fahrer in dieser Gruppe gehabt und waren daher nicht an der Verfolgungsarbeit interessiert. So wuchs der Vorsprung der Spitzengruppe auf 3 Minuten an; die Gruppe war nie wieder gesehen und machte den Sieg unter sich aus. Es gewann mit Jan Bratkowski ein alt bekannter Profi.
Bei der letzten Bergpassage merkten wir, daß an unserer Form noch ein bisschen gefeilt werden durfte. Aber es war beruhigend, daß mehrere Fahrer Schwierigkeiten mit dem Berg hatten. So zersplitterte das Hauptfeld am letzten Berg in mehrere Gruppen. Maurice kam in der ersten Verfolgergruppe ins Ziel; für einen Sprint aus der Gruppe (es ging lediglich um Platz 19) reichte die Kraft nicht mehr. Florian, Markus und Christioph kamen kurz hinter der Gruppe ins Ziel.

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